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© SMB / Ute Klein, 2018 

lab.Bode Residents

lab.Bode lädt pro Schuljahr drei Expert_innen unterschiedlicher Disziplinen ein, die Sammlungen des Bode-Museums aus verschiedenen Blickwinkeln zu befragen. Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen werden beauftragt, neue Themen und Fragestellungen zu entdecken, die im Anschluss in den Themenkatalog einfließen und ihn durch neue Perspektiven erweitern. Als Abschluss ihres Aufenthalts formulieren sie einen Kommentar, den sie im Museum hinterlassen. Ob als Intervention, die im Museumsraum sichtbar wird, Text oder künstlerisches Format können diese als Ausgangspunkte für die Entwicklung neuer Schulprojekte dienen.

A. Transdisziplinäre Blicke aus dem Fächerkanon der Schule

Diese Perspektive soll die Sammlungen des Bode-Museums aus unterschiedlichen Disziplinen ausgehend vom Fächerkanon der Schule untersuchen. Zentral ist dabei die Frage, wie lab.Bode auch Fragestellungen und Lerninhalte anderer Fächer in das Programm und die Themen- und Projektentwicklung integrieren kann. Wir beginnen mit der Mathematik. Die ausgewählte Akteurin, Jana Göpper, promoviert im Bereich der Grundschulpädagogik/Mathematikdidaktik zum Thema Mathematik und Improvisation. Durch das Studium der Schulmusik verfügt sie zusätzlich über Qualifikationen im Bereich der kulturellen Bildung.

 

lab.Bode-Resident: Jana Göpper, Mathematikerin, Grundschulpädagogin.

Jana Göpper ist Grundschulpädagogin und studierte u.a. Schulmusik an der Universität der Künste Berlin. Sie ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Promotion (Prof. Eva Jablonka) an der FU Berlin im Fachbereich Erziehungswissenschaft/ Psychologie, Arbeitsbereich Grundschulpädagogik/Mathematik und Gesellschaft. Ihre Promotion widmet sich dem Thema „Mathematik und Improvisation“.

Zeitraum: 14. – 18.5.2018

B. Junge, kritische Blicke auf „Institution“

lab.Bode möchte einen kritischen Blick auf die Institution Museum ermöglichen, mit besonderem Schwerpunkt auf (post-)migrantische Perspektiven. Bei der ausgewählten Akteurin, Azadeh Sharifi, handelt es sich um eine Person, die nicht vorrangig im Bereich „Museum“ aktiv ist, sondern sich bisher eingehend mit Theatern auseinandergesetzt hat. Dies unter dem Arbeitsschwerpunkt postmigrantisches Theater sowie Theater und Migration. Durch diesen Blick von „Außen“ auf die Institution Museum erhoffen wir uns neue, kritische, noch nicht berücksichtigte Perspektiven, die Anstoß für neue Projekte sein können.

 

lab.Bode-Resident: Azadeh Sharifi, promovierte Kultur- und Theaterwissenschaftlerin.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind postmigrantisches Theater, Theater und Migration sowie Theater und Postkolonialismus. Sie hat beim Forschungsprojekt „Die Rolle der Freien Theater im zeitgenössischen europäischen Theater: Strukturelle und ästhetische Veränderungen“ unter der Leitung von Prof. Manfred Brauneck und dem Internationalen Theaterinstitut (ITI) Deutschland mitgearbeitet und war von 2014 bis 2015 Fellow am Internationalen Forschungskolleg „Interweaving Performance Cultures“ der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation „Theater für alle? Partizipation von Postmigranten am Beispiel der Bühnen der Stadt Köln“ wurde 2011 publiziert. Weitere Texte sind u.a. in den Publikationen Brauneck, Manfred: Die Rolle der Freien Theater im europäischen Theater der Gegenwart: strukturelle und ästhetische Veränderungen (Ende 2015); Pultz Moslund, Sten / Ring Petersen, Anne / Schramm, Moritz: Migration and culture: politics, aesthetics and history (2015) sowie Schneider, Wolfgang (Hrsg.): Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis (2011) erschienen. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Postdoc zu Ästhetiken und Narrativen im (post-)migrantischen Theater.

Zeitraum: 17. – 21.9.2018

 

C. Künstler_innen

Diese Perspektive soll die Sammlungen des Bode-Museums aus künstlerischer Perspektive in den Blick nehmen und nach Themen für Projekte bzw. thematischen Anknüpfungspunkten suchen. Im Zentrum steht dabei die Anschlussfähigkeit für Projekte im Bereich „Bildung und Vermittlung“, nicht die Produktion einer künstlerischen Arbeit.

 

lab.Bode-Resident: Mathilde ter Heijne, Professor of Visual Art/Media, Installation, and Performance an der Kunsthochschule, Kassel.

Mathilde ter Heijnes künstlerische Praxis ermöglicht unterschiedliche Anknüpfungspunkte an die Sammlungen des Bode-Museums. In ihren Projekten untersucht sie beispielsweise Identitäts- und Geschlechterverhältnisse der heutigen und vergangenen Gesellschaften. Dieser Schwerpunkt kann gute Impulse für unser buchbares Angebot „Let`s talk about Sex. Gender und vielfältige geschlechtliche Lebensweisen in der Kunst“ und darüber hinaus darstellen. Zusätzlich gilt ihre aktuelle Aufmerksamkeit den Potentialen von Ritualen, Partizipation und Performances. Auch hier können Verbindungen zu den Sammlungen des Bode-Museums hergestellt werden: Den Werken, insbesondere aus religiösen Zusammenhängen, ist ursprünglich häufig eine performative Dimension eingeschrieben, die mit religiösen Ritualen in Zusammenhang steht.