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Let's talk about Sex! Gender und vielfältige sexuelle Lebensweisen in der Kunst

Das Bode-Museum ist mit seinen Skulptur-Beständen vor allem ein Museum des Menschen und Schüler*innen nehmen die Kunstwerke stark in ihrer physischen Erscheinung und körperlichen Präsenz wahr. Nacktheit und Geschlechterrollen werden daher oft beim Besuch der Sammlungen thematisiert. Die Bedarfe der Schüler*innen zur Auseinandersetzung mit den Kunstwerken sind dabei häufig Themen außerhalb des kanonischen kunsthistorischen Kontexts, wie z. B.:

Warum sind die alle nackt? Ist das schon Porno? Braucht das Museum eine FSK?

Im Rahmen von lab.Bode ist basierend auf diesen Fragen der Schüler*innen das Projekt „Let’s Talk about Sex and Art!“ entstanden: Kunstvermittler*innen und Sexualpädagog*innen untersuchen hier zusammen mit Schüler*innen der Klassenstufen 7 bis 10 die Skulpturensammlung des Bode-Museums auf vielfältige Darstellungen von Gender, Körpern und Sexualitäten. 

Der Workshop kombiniert Kunstvermittlungsmethoden wie performative Übungen, Comics und Zeichnungen mit didaktischen Materialien und Arbeitsweisen aus der Sexualpädagogik und wird von einem Tandemteam, bestehend aus Sexualpädagog*in und Kunstvermittler*in, durchgeführt. Dabei bilden Skulpturen immer den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit einem neuen Themenkomplex. Die Werkbetrachtung bietet die Möglichkeit, Schwellenängste abzubauen und auch über sensible Themen ins Gespräch zu kommen, ohne dass über sich selbst gesprochen werden muss. Durch eine gemeinsame Analyse der Objekte können Themen in einen historischen Kontext eingebettet und ihre Bedeutung verbildlicht werden. Aktuell werden anhand von sechs Stationen die folgenden Schwerpunkte verhandelt: Konsens, Lust und Begehren (LSBQA), Nacktheit und Körperbilder, Mythos „Jungfernhäutchen“, Sex-Shaming sowie Geschlechternormen und Genderperformance.

 

Die Abkürzung FSK steht für ,Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft’, deren Hauptaufgabe in der Prüfung der Altersfreigabe von Filmen besteht, wobei die Rechtsgrundlage dafür die jeweiligen Jugendschutzgesetze darstellen (vgl. Wikipedia 2020)

LSBQA steht für Lesbisch, Schwul, Bi, Queer, Asexuell

 

Der vierstündige Workshop ist als Erweiterung des schulischen Sexualkundeunterrichts konzipiert und kann von allen Schulen als kostenloses Angebot gebucht werden