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Youth Lab Berlin
© SMB / Ute Klein, 2019 

Youth Lab Berlin

2019

Thomas-Mann-Gymnasium

  • #Museum als System
  • #Museum im Wandel
  • #Partizipation
  • #Politik und Demokratie
  • #Sekundarstufe II

Was kann das Bode-Museum von Schüler*innen lernen und wie kann ihre institutionelle Beteiligung im Museum aussehen? Wie können junge Perspektiven aktiv zur Mitgestaltung von Kulturinstitutionen eingeladen und eingebunden werden? Was wollen junge Menschen von Museen und wie würden ihre Formate der Mitbestimmung aussehen?

Diesen und vielen weiteren, teilweise höchst politischen Fragen widmen sich seit Dezember 2019 sechs Jugendliche des Thomas-Mann-Gymnasiums. Ausgangspunkt des Projekts bildete die gemeinsame Arbeit der Schüler*innen mit den lab.Bode Residents Eeske Hahn und Julia Rocholl vom Kollektiv „Mit Ohne Alles“, das als jugendliches Projektbüro seit sechs Jahren die Ruhrtriennale berät.

Zusammen mit Julia und Eeske nahmen die Schüler*innen vom 9. bis zum 13. Dezember 2019 das Bode-Museum unter die Lupe und diskutierten mit Kurator*innen, Restaurator*innen und dem Direktor des Bode-Museums darüber, wie junge Perspektiven auf und im Museum Raum bekommen können. Ziel dieser intensiven Woche mit den beiden Expert*innen für Jugendbeteiligung aus Dortmund war es, gemeinsam über zukünftige Formen eines Jugendbeirats nachzudenken und zu überlegen, wie sich Jugendliche mehr in Museen und ihre Programme einmischen können und dafür erste exemplarische Ideen zu entwickeln. Am letzten Tag der Projektwoche testete die Fokusgruppe live im Museum einige ihrer Vorschläge aus, welche als aktivierende Besucher*innen-Interventionen in Form von zeitgenössischer Musikbegleitung und einem raumfüllenden Quiz in der Basilika des Bode-Museums zum Mitmachen einluden.

 

In den folgenden Monaten werden die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt, ein eigener Name gefunden und einen Forderungskatalog an die Museen aufgestellt.

Youth Lab Berlin fordert:

Wir – als Jugendliche – werden ernstgenommen.

 

Wir haben Raum und Platz für Aktionen.

 

Wir haben Freiraum für eigene Ideen und Entscheidungen, um handeln zu können.

 

Wir werden die „Kindersicherung“ los und sorgen dafür, dass wir uns wohler und nicht fehl am Platz fühlen.

 

Wir gestalten das Museum attraktiver für Jugendliche.

 

Uns und anderen Jugendlichen wird vertraut.

 

Wir bringen Dinge, die uns interessieren, in das Museum und in die Ausstellung ein.

 

Unsere Ideen und unsere Arbeit sind sichtbar,

auf Social Media und im Museum.

 

Wir haben ein eigenes Büro, das wir selbst gestalten können.

 

Wir tauschen uns mit anderen Jugendgruppen in Museen aus und arbeiten zusammen.

Zusätzlich entstanden bereits Ideen für Musik-Ausstellungsrundgänge, Workshops, Podcasts und Veranstaltungen, aber auch gestalterische Elemente und Interventionen, die u. a. mithilfe eines eigens den Jugendlichen zur Selbstverwaltung zur Verfügung gestellten Projektbudgets nach und nach umgesetzt werden sollen.
Als ersten Beitrag arbeiten die Jugendlichen gerade am Youth Lab Berlin Podcast. Bis Anfang Juli 2020 werden sie drei Folgen selbst gestalten und moderieren, mit Gästen sprechen und ihre Visionen von aktuellen, alltäglichen und politischen Themen ins Museum tragen.

Die Ergebnisse des gesamten Projekts werden u. a. auch als Grundlage für die Konzeption eines Formates der Jugendbeteiligung an den Staatlichen Museen zu Berlin dienen. Ziel ist es, das Museum als Handlungsraum, als sozialen wie politischen Ort zu nutzen und junge Stimmen und Perspektiven langfristig und nachhaltig in Museen zu integrieren.

Die Kulturstiftung des Bundes fördert neben dem Youth Lab Berlin mit der Initiative „Junge Perspektiven im Museum“ die Einrichtung von Jugendbeiräten an drei weiteren Museen in Deutschland. Sowohl im Lenbachhaus in München als auch im Gropius Bau in Berlin und in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden können junge Erwachsene in gemeinsamer Teamarbeit aktiv an der Programmgestaltung der Museen teilhaben und eigene Formate entwickeln, die für Jugendliche selbst interessant sind. Diese Jugendbeiräte sollen nachhaltig in die beteiligten Institutionen integriert werden.

 

Klassenstufe

6 Schüler*innen des Zusatzkurs Museum (11. Kl.) des Thomas-Mann-Gymnasiums:

Aylina Yurtisigi

Yasmin Ziegenhagen

Ela Su Emre

Nina Monkaddam

Aisha Aslambekova

Veronika Kosidowski

 

Projektdauer

Oktober 2019 – Juli 2020

 

Workshopleitung

Judith Kirchner ist freie Kunstvermittlerin in Berlin. Sie hat langjährige Erfahrung in der vermittelnden musealen Praxis, u. a. in der Konzeption von langfristigen Kooperationen mit Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Ein Fokus ihrer Arbeit ist die Öffnung der Institutionen durch partizipative Prozesse, insbesondere mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie studierte Kunstgeschichte in Berlin mit einem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst sowie postkoloniale und globalgeschichtliche Perspektiven der Kunstgeschichte und arbeitete u. a. in der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des 2019 gegründeten Vereins K.I. Büro für Kunstvermittlung in Berlin.

 

Ansprechperson Youth Lab Berlin / lab.Bode:

Andrea Günther